Schließung der Osnabrücker Traditionsbuchhandlung Bücher Jonscher
Nach 140-jährigen Bestehen wird das Osnabrücker Traditionshaus Bücher Jonscher voraussichtlich Mitte Mai aus finanziellen Gründen schließen.
Bereits Anfang März stellte die Jonscher GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht. Der zuständige Insolvenzverwalter erklärte, es gebe derzeit keinen Interessenten, der die Buchhandlung übernehmen will. Zudem müssten die Geschäftsräume am Domhof im Mai geräumt werden, da der Mietvertrag gekündigt wurde. Man sei um eine sozialverträgliche Abwicklung für die 14 Mitarbeiter bemüht.
Bereits vor einigen Monaten hatte die Familie Jonscher die Immobilie neben dem Theater verkauft. Da mehrere Mietzahlungen ausblieben, kündigte der neue Eigentümer den Mietvertrag. Momentan gibt es noch keine Pläne für die zukünftige Nutzung des Objekts.
Gegründet wurde die Buchhandlung 1872 von Julius Jonscher, dem Großvater von Manfred Jonscher, der das Unternehmen vor anderthalb Jahren aus Altersgründen an die heutige Betreiberin Susanne Siemering übergeben hatte. Manfred Jonscher bedauert die Schließung der Traditionsbuchhandlung: “Es ist ein trauriges Ende. Wir haben große Hoffnung gehabt, dass eine Lösung gefunden worden ist, die langfristig den Fortbestand der Buchhandlung ermöglicht.“
Nach der Schließung der Buchhandlungen Schöningh und Bücher Acker verliert Osnabrück im Mai das dritte Traditionshaus. Ursache ist der Umbruch des Buchmarktes. Bestimmten früher inhabergeführte Buchhandlungen vor Ort den Markt, dominieren heute Filialen von Unternehmensketten das Geschäft und generieren neben dem Internethandel den meisten Umsatz.
Um dieser Entwicklung entgegenzutreten und sich am Markt zu behaupten, werden sich sechs Buchhandlungen aus der Region am 23. April, dem Welttag des Buches, in einer gemeinsamen Aktion präsentieren.
Titelbild: Olga Meier-Sander / pixelio.de



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